Literarischer Kaffeeklatsch #2

„Ein Buch sogleich nach dem Erwachen: eine aufregende Sache.“ – Sei Shonagon

Habt ihr den Sonntag auch mit einem guten Buch begonnen? Dazu ein frisches Brötchen, einen großen Becher Kaffee und zwischen den Kapiteln das literarische Sonntagsfrühstück mit der Leserin?

So ähnlich sah es zumindest heute früh bei mir aus. Nun ist der Sonntag schon einige Stunden vorangeschritten und es ist Zeit für den literarischen Kaffeeklatsch.

Nehmt Platz, füllt die Kaffeetassen und lasst euch den Kuchen schmecken. Fangen wir an:

#gelesen

Beendet habe ich in der letzten Woche „Haus für eine Person“ von Barbara Kenneweg, erschienen bei Ullstein. Das Buch stellte sich als ein ganz besonderes Schmankerl heraus, was ich nach den ersten Seiten so nicht vermutet habe. Die Autorin hat mit diesem Buch Großes geleistet und ich hoffe, dass dieser Titel irgendwann die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient. Meine Rezension dazu gab bereits letzte Woche. Wer möchte kann sie hier nochmal nachlesen.

Außerdem beendet habe ich „Zeit der Schwalben“ von Nikola Scott, erschienen bei Rowohlt. Dieser Roman geht in eine ganz andere Richtung als „Haus für eine Person“ und hat mir sehr gut gefallen. Die Protagonistin Adele ist eine sehr sensible Person, die stets darum bemüht ist es ihren Mitmenschen rechtzumachen, sich aber nie wirklich wohl dabei fühlt. Sie hatte ein sehr kompliziertes Verhältnis zu ihrer Mutter und wie sich ein Jahr nach deren Tod herausstellt, hat man Adele ihre Zwillingsschwester vorenthalten. Was anfangs daherkommt wie eine leichte Sommerlektüre, entwickelt sich immer mehr zu einer Geschichte, die hinterfragt, wie weit einen das Mutter-Tochter-Verhältnis prägt und wie wichtig es ist, innerhalb der Familie mit offenen Karten zu spielen. Schon jetzt eine Leseempfehlung von mir. Vielleicht schaffe ich im Laufe der nächsten Zeit noch eine Rezension dazu.

Als Gegenstück zu diesen beiden Romanen habe ich „Die Kinder“ von Wulf Dorn, erscheint morgen bei Heyne, gelesen. Der Titel ist in der Auslieferung und sollte ab morgen bei eurem Buchändler des Vertrauens eintreffen, bzw. kann dort bestellt werden. Mehr dazu dann an anderer Stelle, bzw. zu einem späteren Zeitpunkt.

Und wo wir gerade bei den Novitäten sind. Ich lese gerade „Kleines Land“ von Gaël Faye und parallel dazu „Mit der Flut“ von Agnes Krup. Beide Bücher erscheinen am 02.Oktober im Piper Verlag und ihr dürft euch diesen Tag schon mal im Kalender anstreichen. Nicht zuletzt weil der 03.10. bekanntlich ein Feiertag ist und gute Feiertagslektüre wichtig für das seelische Wohlbefinden ist. Meine Rezensionen bekommt ihr zeitnah zum Erscheinungstag.

#gekauft

Das ist zwar nun schon einige Tage her, aber vielleicht hat es der ein oder andere von euch nicht mitbekommen. Nein, nein. Ich meine nicht, was ich mir gekauft habe, sondern das es ein neues Buch von Eowyn Ivey gibt! Ich weiß nicht, wer von euch damals „Das Schneemädchen“ gelesen hat und es ebenso liebt wie ich.

Also nochmal weniger aufgeregt und ganz ruhig: Eowyn Ivey ist eine wunderbare Autorin, die ganz großartig Geschichten erzählen kann. Wer sich vom Schneemädchen noch nicht hat verzaubern lassen, der sollte das wirklich schnellstmöglich nachholen und für alle anderen: „Das Leuchten am Rand der Welt“, Rowohlt, ist der aktuelle Titel. Ich habe es noch nicht gelesen und vermutlich hebe ich mir das Buch noch ein bisschen auf. Als kurzer Vorgeschmack hier die Info zum Buch von der Verlagsseite:

Ein Roman über eine abenteuerliche historische Expedition, eine tiefe Liebe zwischen zwei Forschernaturen und die Geheimnisse einer ungezähmten, spektakulären Natur, mit einer Prise Magie: der neue Roman der preisgekrönten Autorin von „Das Schneemädchen“. Aufwändig gestaltet mit vielen Illustrationen, Originalfotos und -dokumenten.
Winter, 1885. Lieutenant Allen Forrester erhält den Auftrag seines Lebens: er soll im Namen der U.S. Armee den Wolverine River in Alaska erforschen. Seine Expedition verspricht endlich Erkenntnisse über diesen geheimnisvollen, unerforschten Landstrich, doch niemand vermag vorauszusehen, was Allen und seine Männer dort erwartet.
Seine junge Frau Sophie lässt Allen in Vancouver zurück – sie ist schwanger. Leidenschaftich gern hätte die Naturkundlerin ihren Mann in die Wildnis begleitet. Was sie jedoch nicht ahnt: Die Zeit der Trennung wird ihr ebenso viel Mut abfordern wie ihrem Ehemann.

#gefreut

Ganz besonders gefreut habe ich mich über die Erwähnung von literaturplausch.de in Kaffeehaussitzers Netzrückblick, der das Netz mittlerweile schon seit über einem Jahr jeden Monat mit einer Fülle an interessanten Artikeln versorgt und dessen Blog ich sehr schätze und auch nicht müde werde, diesen zu empfehlen.

Außerdem, ihr habt es sicher schon mitbekommen, ist die liebe Iris mit ihrem Blog „Die Leserin“ endlich wieder zurück. Wir haben uns gegenseitig zum erneuten Blogstart ermutigt und ohne sie, wäre ich vermutlich weiterhin bloglos geblieben. Dafür, liebe Iris, auch an dieser Stelle ein ganz herzliches Danke!

#gelacht

Durchaus amüsiert hat mich der Artikel „Das habe ich noch nie gelesen“ auf sueddeutsche.de. Ob Elke Heidenreich, Felicitas von Lovenberg, Clemns J. Satz und einige mehr, sie alle äußern sich zu bekannten Titeln die sie aus den verschiedensten Gründen bisher nicht gelesen habe. Ich finde die Beweggründe durchaus nachvollziehbar und sicherlich noch um viele Titel erweiterbar.

#geplant

Geplant habe ich, ebenfalls aufgrund eines Zeitungsartikels, eine erneute Begegnung mit Herrn Lehmann von Sven Regener. Nicht nur, dass gerade „Magical Mystery“ in den Kinos angelaufen ist, auch sein neuester Roman „Wiener Straße“ erscheint am Donnerstag im Buchhandel. Wer „Herr Lehmann“ noch nicht kennt, den verweise ich nur zu gerne auf „Wie ich Herrn Lehmann traf“ beim Kaffeehaussitzer. Wer danach, oder natürlich auch jetzt schon, Lust auf ein Wiedersehen mit Herrn Lehmann hat, darf sich gerne bei mir melden.

Des Weiteren stelle ich euch im Laufe der kommenden Woche „Unsere Jahre in Miller’s Valley“ von Anna Quindlen vor und außerdem brüte ich über einem Artikel über den „Zauberberg“ von Thomas Mann.

Ich denke für heute sind es genug der Empfehlungen und ich hoffe, es war ein Buch für euch dabei.

Ich wünsche euch eine fabelhafte Woche, viele tolle Bücher, stundenlange Lesezeit und bedanke mich für euren Besuch.

Liebe Grüße,

Eure Nina

3 Comments

  1. Liebe Nina,
    Der Kaffee dampft, vor mir Nadja Spiegelmans Memoir. Danke für den Hinweis aud den neuen Regener! Dir noch einen schönen Sonntagabend. Lieber Gruß von Anja

    • Sehr gerne. Ich danke dir fürs Vorbeischauen und wünsche dir noch einen fantastischen Abend und gute Leküre. I’m supposed to protect you… steht schon seit geraumer Zeit auf meiner Wunschliste. Ich muss es unbedingt bald lesen.
      Liebe Grüße auch an dich
      Nina

  2. Liebe Nina,
    tja, was soll ich sagen, ohne dich hätte ich wohl auch nicht jetzt schon losgelegt. 🙂 Die gegenseitige Ermutigung haben wir wohl beide dringend gebraucht- und es ist eh leichter, zu zweit etwas zu wagen als alleine, oder? Und wir können uns gegenseitig beim Aufbau zusehen. Das motiviert, finde ich. Auch ich danke dir von ganzem Herzen!

    „Das Schneemädchen“ von Eowyn Ivey habe ich geliebt. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass von der Autorin ein weiterer Roman erschienen ist. Obwohl die Buchbeschreibung hierzu ganz anders klingt als das Schneemädchen.
    Ich glaube, ich warte mal deine Rezension dazu ab.

    Auf deine Rezension zu „Kleines Land“ bin ich ebenfalls gespannt. Ich habe mir das Buch mal vorgemerkt, weil der Inhalt interessant klingt. Aber so richtig vorstellen, kann ich mir nicht, was da den Leser erwartet.

    Der Artikel „Das habe ich noch nie gelesen“ hat mich auch aufgeheitert. Ich habe zwar einige Klassiker gelesen, aber lustigerweise habe ich gerade mit den Krimiklassikern meine Probleme und lese die nur selten bis zum Ende.
    Dafür habe ich Faust sicher drei Mal (oder öfter) gelesen (den habe ich geliebt und konnte einige Passagen schon auswendig *lach*), oder auch Die göttliche Komödie (in unterschiedlichen Ausgaben) mehrmals. Aber dann ist bald Schluss mit der Weltliteratur auf meiner Leseliste. Okay, Hemingway. Aber wie gesagt, die anderen 5345 Weltklassiker eben nicht. 🙂
    Beruhigend zu sehen, dass selbst Profis eben nicht alles gelesen haben, was man gelesen haben sollte, und das man manchmal einfach so tut, als hätte man sie gelesen. Sehr ehrlich, sehr aufheiternd.

    So, dann trinke ich mal meinen Kaffee aus und schlendere wieder zurück in meinen Blog. Da muss heute noch rezensiert werden. Liebe Grüße dir, und ebenfalls eine fabelhafte Woche!

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