Literarischer Kaffeeklatsch #3

 

Wo ist die letzte Woche geblieben? Habe ich nicht gerade erst den zweiten literarischen Kaffeeklatsch gebloggt? Nicht gerade erst den Laden aufgeschlossen und mich über so viele tolle Neuerscheinungen gefreut? Nun gut, dann habe ich es womöglich einfach nicht geschafft, die Rezension zu „Unsere Jahre in Miller’s Valley“ zu schreiben und bleibe sie euch noch ein paar Tage schuldig. Da ich aber weiß, dass eure Bücherstapel auch ohne meine Empfehlungen noch ewig reichen, reiche ich euch nun ohne schlechtes Gewissen Kaffee und Kuchen und schlage vor, wir fangen einfach an.

#gelesen

Gelesen habe ich in der letzten Woche nicht so viel, bzw. nichts, was ich euch nun so ganz offiziell ans Herz legen könnte. Die im Oktober erscheinenden Novitäten „Kleines Land“ von Gaël Faye und „Mit der Flut“ von Agnes Krup, erscheinen beide am 02.Oktober bei Piper, habe ich euch schon in der letzten Woche ans Herz gelegt. Inzwischen habe ich beide Titel beendet und bleibe bei meiner Empfehlung.

Angefangen habe ich das Buch „Rimini“ von Sonja Heiss, welches im August bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Viel habe ich noch nicht geschafft, aber eventuell bin ich ein Glückspilz und habe schon wieder ein gutes Buch erwischt. Hier für euch die Info vom Verlag dazu:

Eine ganz normale Familie, normal dysfunktional.

Sonja Heiss’ Romandebüt wird einiges mit Ihnen anstellen: Sie werden laut lachen, Sie werden sich selbst und Ihre Familie wiedererkennen und Sie werden mehr lesen wollen. Versprochen!
Hans ist Anwalt, reich und erfolgreich. Doch auf einmal kehrt diese irrationale Wut in ihm zurück. Seine Ehe funktioniert nicht mehr und statt mit seiner neuen Psychoanalytikerin Frau Doktor Mandel-Minkic an seinen Problemen zu arbeiten, verliebt sich Hans in sie. Seine Schwester Masha ist 39 Jahre alt, als sie beschließt, ein Kind mit ihrem Freund zu bekommen. Doch plötzlich geht er ihr schrecklich auf die Nerven. Masha begibt sich auf die panische Suche nach einem neuen Mann, doch ihre Idee, im Bett den zukünftigen Vater ihres Kindes zu finden, ist zum Scheitern verurteilt.
Alexander und Barbara, die Eltern der ungleichen Geschwister, sind seit über vierzig Jahren leidlich glücklich verheiratet und müssen sich jetzt im Alltag eines Rentnerpaars einrichten. Während Alexander sich schon einsam fühlt, wenn seine Frau in ein anderes Zimmer geht, bleibt für sie nur die Flucht. Sie ahnt nicht, was sie damit in Gang setzt.

Sonja Heiss entwirft ihre Charaktere mit enormer psychologischer Raffinesse. Ihr Blick auf den menschlichen Alltag zoomt Details heran, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind. Dabei entsteht ein meisterhafter und höchst unterhaltsamer Roman, der seinen Humor aus den Abgründen des Lebens schöpft.

Wenn es hält was es verspricht, mache ich euch natürlich nochmal darauf aufmerksam. Wie könnte ich das auch nicht tun…

Dann habe ich ein schönes Buch für all die Listen-Junkies unter uns entdeckt. „Mein 52-Listen-Projekt für mehr Gelassenheit und Lebensfreude“ von Moorea Seal. Dieses Buch macht einfach unglaublich viel Spaß und man hat ein bisschen länger was davon… wenn man sich an den vorgegeben Zeitraum von 52 Wochen hält. Wenn… Ihr ahnt es vermutlich schon. Ich halte mich da (natürlich) nicht dran, denn Regeln sind da um gebrochen zu werden. Zu diesem Buch gibt es in den kommenden Tagen noch ein paar nähere Infos und Fotos. Es ist einfach zu schön.

Gibt es unter euch Lesern auch Tagebuchschreiber? Oder Anhänger der „Morning Pages“ von Julia Cameron? Ich weiß, dass Sarah, pinkfisch.net, die Morgenseiten ebenso liebt wie ich und sollte noch jemand von euch die morgendliche Schreiberei so sehr lieben, dann habe ich hier noch einen Tipp für euch. Ich habe mal wieder zu einem „Fördere deine Kreativität“-Titel gegriffen: „Journal to the self“ von Kathleen Adams. In diesem Buch findet man jede Menge Anregungen und Ideen zum (Tagebuch)Schreiben. Stichwörter, Listen, verschiedene Ereignisse, Briefe und vieles mehr machen einfach Lust mal wieder den Stift in die Hand zu nehmen und drauflos zu schreiben. Das eBook findet ihr im OnlineShop eures Buchhändlers, der euch aber auch das Taschenbuch (978-0-44639-038-5) besorgen kann.

#gekauft

Selbstverständlich ist in der letzten Woche „Wiener Straße“ von Sven Regener bei mir eingezogen. Wie könnte es auch nicht. Ich freue mich schon sehr darauf und habe natürlich auch schon reingelesen. Da ich noch nicht viel dazu verraten kann, verweise ich gerne auf die Rezension von Frank O. Rudkoffsky. Sehr lesenswert und macht Lust auf mehr.

Ausserdem sind eingezogen „Die Wurzel alles Guten“ von Miika Nousiainen, Nagel & Kiemche/Hanser und „Exit West“ von Mohsin Hamid, Dumont. Auf beide Titel freue ich mich sehr und hoffe, sie versauern nicht auf dem SuB.

Und dann wäre da noch der neue Titel von Pierre Lemaître „Drei Tage und ein Leben“. Nachdem „Wir sehen uns dort oben“ sich ganz schnell zu einem Lieblingsbuch gemausert hat, bin ich voller Vorfreude auf dieses Buch. Eine sehr gute Besprechung zu „Wir sehen uns dort oben“ findet ihr beim Kaffeehaussitzer oder ihr lest es einfach selbst.

Und zu guter Letzt ist eingezogen „Die Schlange von Essex“ von Sarah Perry. Das Buch erscheint am 29.09.2017 bei Eichborn und ich freue mich sehr, dass das Leseexemplar schon daraufwartet, gelesen zu werden. Wer so gar nicht weiß wovon ich spreche, findet hier die Besprechung der New York Times und auf der Verlagsseite gibt es auch noch ein kurzes Video.

Ausserdem in der letzten Woche frisch ausgepackt und schon ganz oben auf meiner Wunschliste ist die Taschenbuchausgabe von „Frohburg“ von Guntram Vesper und die gebundene Ausgabe „Der Insulaner“ von Henning Boëtius, beide bei btb erschienen. Nicht, dass ich nun auch noch jede Woche mein Wunschzettelupdate blogge, aber die beiden Titel finde ich nun doch sehr erwähnenswert.

#gewundert

Gewundert habe ich mich über die Vorstellung und Erwartung mancher Leser bezüglich der Preise bei Jugendbüchern. Ich bin tatsächlich entsetzt was da von den Verlagen erwartet wird und es macht mich sehr nachdenklich, dass man Autoren unterstellt sie würden „soziale Missstände reproduzieren“, wenn sie ihre Werke zu solchen Preisen verkaufen. Ich brüte noch ein wenig über den verschiedenen Aussagen und eventuell werde ich mich dazu noch ausführlicher äußern. Wir werden sehen.

#geplant

Geplant habe ich, wie schon in der letzten Woche, endlich die Rezension zu „Unsere Jahre in Miller’s Valley“ zu schreiben, dann, wie oben schon erwähnt, die Vorstellung von „Mein 52-Listen-Projekt“ und natürlich lesen, lesen, lesen. Außerdem überlege ich eine Kategorie für Backlisttitel einzuführen. Es gibt so viele schöne, lesenswerte Bücher, die einfach nicht in Vergessenheit geraten sollten und nur weil sie älter sind, sind sie nicht weniger lesenswert. Was meint ihr? Sind eure Regal so überfüllt, dass ihr keine „alten“ Bücher mehr lesen wollt oder freut ihr euch, auch mal wieder alte Schätzchen zu entdecken?

Und apropos ältere Titel, den Artikel über den Zauberberg von Thomas Mann habe ich nicht vergessen, aber gut Ding braucht halt seine Zeit.

So, nun entlasse ich euch wieder zu euren Büchern, denn Lesezeit ist heilige Zeit.

Ich danke euch für euren Besuch und wünsche euch noch einen fabelhaften Sonntag, eine Woche voller Bücher und bedanke mich für eure Zeit.

Eure Nina

 

8 Comments

  1. Liebe Nina, Danke für den heutigen Kaffeeklatsch. Ich bin sehr dafür, auf ältere Titel hinzuweisen. Vielleicht hat man sie sogar schon einmal gelesen, vor 20 Jahren oder mehr- daran erinnert man sich in aller Regel nicht und liest sie heute ohnehin anders- oder man ist immer drumrum gekurvt und hat sie wirklich nie gelesen. Schönes Projekt! Ich lese übrigens gerade die Petersburger Novellen von Gogol- tolles Material für Novellenfreunde.
    Dir ebenfalls noch einen gemütlichen Lese-Sonntagabend.
    Anja

    • Dann geht es dir wie mir. Es ist so schade, dass so viele Titel im Nirvana der Buchstaben verschwinden. Danke für deine Rückmeldung, liebe Petzi. Das freut mich sehr 🙂

    • Ich schließe mich Petzi an. Auch ich liebe Blogs, in denen Backlist-Bücher Beachtung finden. Ich habe mir auch vorgenommen, durch das Bloggen jetzt nicht nur Neuerscheinungen zu lesen und rezensieren. Als ich in der Blogpause war, habe ich nämlich überhaupt nicht darauf geachtet, wann ein Buch erschienen ist, sondern das gekauft, was mich thematisch am meisten angesprochen hat. Und da waren viele Backlisttitel dabei :-).

  2. Eine Bitte : Aus welchem Buch ist der Begriff „Morning Papers“- Julia Cameron )
    Danke für Mühe!
    Waltraud Schwarz-Frentzen

    • Ich kenne die Morning Pages aus dem Buch „Der Weg des Künstlers“, vermute aber, dass sie diese in allen ihren Büchern thematisiert.
      Liebe Grüße und einen fantastischen Donnerstag 🙂

  3. Hallo Nina,

    an einer Kategorie Backlist habe ich immer Interesse, denn ich finde Bücher, die älter sind sollten nicht in Vergessenheit geraten. Ich selbst lese auch mal gerne Bücher, die schon etwas älter sind, denn ein Buch hat kein Haltbarkeitsdatum. Nur weil es in den Medien nicht mehr so hoch gepusht wird ist es noch lange nicht schlecht. Ich bemühe mich immer auch mal ältere Bücher zu lesen und auch darauf aufmerksam zu machen.

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